Lazarett in Dubrovnik

Aus der Geschichte der Stadt Dubrovniks geht hervor, dass ihre Regierung stets vorsichtig und umsichtig mit den jeweiligen aktuellen Gefahren umging. So wundert es nicht, dass Dubrovnik schon bereits bei den ersten Pestepidemien in der Mitte des 14. Jahrhunderts alle erdenklichen Vorsichtsmaßnahmen ergriff um den sogenannten “schwarzen Tod” so lange wie möglich aus der Stadt fern zuhalten. 1377 beschloss die Regierung, dass alle Einreisenden aus gefährdeten oder schon verseuchten Gebieten mitsamt ihren Waren zuerst eine Isolation auf den Inseln Supetar, Markan und Bobara, die sich in der Nähe von Cavtat befinden, verbringen mussten bevor sie Dubrovnik überhaupt betreten durften. Dieses Verfahren war zwar schon recht wirksam, wurde allerdings in den folgenden Jahren noch verfeinert. Das Wort Quarantäne stammt seiner Entstehung nach aus Dubrovnik. Händler, Kaufleute und Reisende mussten 40 Tage (quaranta = 40) in Isolation verbringen bevor ihnen der Einlass in die Stadt gewährt wurde.

Getreu dem Motto “Ergreife so früh und so weit wie es nur geht die Flucht und kehre erst so spät wie möglich wieder zurück” blieb Dubrovnik vom Wüten der Pest, die ganz Europa in der Hand hatte, weitgehend verschont und hatte nur verhältnismäßig wenige Tote zu betrauern.

Im 17. Jahrhundert ließ die Regierung im Bezirk Ploce ein Lazarett errichten, um Dubrovnik noch sicherer vor der Pest zu schützen. Das Lazarett mit seinen insgesamt 8 Gebäuden und einer handvoll Höfe ermöglichte den Kaufleuten, Händlern und Reisenden einen gewissen einfachen Komfort und war verglichen mit Lazaretten anderer Städte erheblich sauberer. Während der 40 tägigen Isolation wurden alle Waren gelüftet, desinfiziert und sicher verwahrt, sodass die Kaufleute sie nach Überstehen der Quarantäne problemlos verkaufen konnten. Die Lazarette Dubrovniks gelten als bestorganisierteste ihrer Art an der gesamten Adriaküste.

Auffällig ist, dass die Lazarette so sorgfältig geplant und erbaut wurden, dass sie immer noch sehr gut erhalten sind. Heute werden die ehemaligen Lazarette auf viel erfreulichere Weise genutzt und sind Teil des städtischen Alltags und diverser Feierlichkeiten. Unter anderem befinden sich dort nun Läden und Sportzentren. Ein Jazzclub und eine Disco laden zum Tanzen ein außerdem gibt es einen Saal, der für Hochzeiten und ähnliche große Feierlichkeiten gemietet werden kann. Vor den Gebäuden gibt es einen der wenigen größeren Parkplätze Dubrovniks und ein kleiner Weg führt runter ans Meer, von wo aus man einen schönen Blick auf die Stadt hat. In der Nähe der alten Lazarette gibt es heute eine Busstation, von der aus Busse regelmäßig und kostengünstig unter anderem nach Cavtat und Umgebung fahren.

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