Keller des Diokletian Palasts

Die Kellerräume des Diokletianpalasts in Split befinden sich unterhalb der Privatgemächer des Kaisers. Man gelangt in die Kellerräume in dem man die Treppe an der Südseite des Peristyls hinabsteigt. Für Historiker sind die sehr gut erhaltene Räume von großer Bedeutung, da man an ihnen die vermutliche Aufteilung der kaiserlichen Wohnräume feststellen kann. Der Boden in Split ist schräg, also nicht überall gleich weit vom Meeresspiegel entfernt. Je weiter man sich Richtung Meer bewegt um so niedriger ist der Boden. Da der Diokletian Palast sich über eine große Fläche erstreckt, war es unvermeidbar, dass diese Höhenunterschiede beim Bau auffielen. Eine wichtige Aufgabe der Kellerräume war es diese unterschiedlichen Bauhöhen auszugleichen, so dass innerhalb des Palasts keine Höhenunterschiede im Bodenbereich gab und der Palast von außen stabil und gleichmäßig wirkte.

Interessant ist auch die Lösung der spätantiken Baumeister bezüglich der Trägerkonstruktion, da beinah das gesamte Gewicht des riesigen Palastes auf diesem Gebäudeteil ruht. Die Kellersäulen sind im Vergleich zu den äußeren Säulen um einiges breiter und weniger filigran gebaut. Hier ging es den Baumeistern in erster Linie um Stabilität und Haltbarkeit. Die Decke im Keller ist mehrere Meter hoch und gerundet. Zwischen den einzelnen viereckigen Säulen befindet sich immer einige Meter, so dass man problemlos dazwischen hin- und hergehen kann. Die beiden Säulenreihen stützen in gleichmäßigen Abständen die Decke ab außer den Außenmauern gibt es keine durchgehenden Mauern, so wirkt der gesamte Kellerbereich offen und geräumig.

Das die Kellerräume so gut erhalten sind verdanken sie ihrer früheren Nutzung als Müllabladestelle, beziehungsweise durch die Zuschüttung durch Baumaterial. Der Großteil der Kellerräume ist für Besucher geöffnet, man kann auf eigene Faust oder mit geführten Touren die unterirdischen Teile des Palasts erkunden. An den Wänden gibt es elektrische Lichtquellen, so dass man alles besichtigen kann.

1945 wurde der Großteil der östlichen Kellerräume und der große Saal freigelegt. Ein Jahrzehnt lang ruhten die Ausgrabungen dann, bis 1955 eine systematische Ausgrabung der Räume begann. Bis heute gehen die Ausgrabungen weiter. Mittlerweile ist der komplette Westbau der Kellerräume freigelegt und öffentlich nutzbar. Am Ostteil wird noch gearbeitet, so dass hier zwar schon ein Großteil der Räume besichtigt werden kann, aber noch nicht alles freigelegt ist.

In den Kellerräumen befinden sich heute viele Verkaufsstände an denen man Schmuck, Andenken oder Kreuze kaufen kann. Außerdem gibt es dort einen Süßigkeiten- und Getränkeautomaten. Wenn man durch die Kellerräume geht gelangt man auf die Riva. Hier muss man keine Treppe hochsteigen, da sich auch hier wieder die unterschiedliche Bodenhöhe bemerkbar macht.

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