Diokletianpalast in Split

Der Mittelpunkt des historischen Stadtteils von Split ist der Diokletianspalast, den der römische Kaiser im dritten und vierten Jahrhundert als seinen Ruhesitz erbaute. Um ihn herum gestaltete sich die ganze Stadt. Zu der damaligen Zeit wurden Kaiser wie Götter verehrt und so wundern auch die extremen Ausmaße des Palastes nicht weiter: im Westen und Osten betragen die Längen der Seiten fast 215 m im Süden und Norden ca. 180 m. Mit einer Gesamtfläche von 30.000 m² umfasste der Palast neben den kaiserlichen Wohnräumen und einem Militärlager eine kleine Stadt. Der Palast war unterteilt in zwei Hälften, im Südteil befanden sich die Privatgemächer des Kaisers, das Peristyl sowie das Mausoleum, das heute eine Kathedrale ist. Der Nordteil des Palastes war für die Wohnbereiche der Diener und das Militär vorgesehen.

Eine feste Schutzmauer umfasste den ganzen Palast. Unterstützt wurde die Mauer von insgesamt 16 Türmen, von denen aus Späher den Palast schützten.

Im Laufe der Zeit wuchs eine Stadt in den Palast hinein und so wurden teilweise die ursprünglichen Funktionen der Bauteile umgeändert. Allerdings ist der Diokletianspalast in Split weltweit der besterhaltene Palast der römischen Hoforganisation.

Seit Mitte des letzten Jahrhunderts werden stetig Restaurierungen an dem Palast durchgeführt und bis jetzt ist schon ein Großteil des Gebäudes rekonstruiert und erforscht.

Vom Norden aus betrachtet ist die Schutzmauer des Diokletianspalasts noch fast in ihrer gesamten Länge erhalten und gibt so am besten Aufschluss über die Dimensionen des Palastes. Zwar wurden die Schutztürme zerstört, aber auch heute ist noch gut sichtbar, wo sie sich befanden. Wo sich früher offene Bogenfenster befanden sieht man heute nur noch die zugemauerten Überreste. Mittig in der nördlichen Fassade befindet sich ein eckiges Tor, über dem ein halbrunder Bogen prangt. Oberhalb des Bogens gibt es sechs, über die gesamte Gebäudebreite verteilte Sockel, von den teils schaurige Gesichter auf den Besucher runtersehen. Neben dem Rundbogen befinden sich zwei Aushöhlungen mit einem abgerundeten Ende, oberhalb der Sockel befinden sich drei weitere gleich gestaltete Aushöhlungen in der Palastmauer. Darüber befinden sich sieben Rundbögen, die ursprünglich durch Säulen gestützt wurden, von denen heute aber nichts erhalten geblieben ist. In der Geschichte wird dieses Tor das Goldene Tor genannt. Da es von allen vier Palasttoren das am aufwändigsten verarbeitete ist geht man davon aus, das es sich hierbei um das Haupttor in den Palast handelte. An dieser Stelle endete die Straße, die von Salona nach Split führte. Man geht davon aus, dass sich hier Skulpturen von Diokletian, Kaiser Maximian und den zwei Caesaren Glarius und Konstantius Chlorus befanden, die im Laufe der Jahrhunderte verschwanden oder beschädigt wurden. Am Goldenen Tor befindet sich der griechische Name Zotikos eingemeißelt, was vermuten lässt, dass er der Baumeister des Palastes ist, über den es kaum weitere sichere Hinweise gibt.

Im Inneren hinter dem Tor befand sich ein großer und massiver Wehrraum, der falls das Tor eingenommen wurden war, zur Verteidigung des Palastinneren diente. Für die Wächter wurde dort im Gang eine kleine Kapelle eingerichtet, die auch heute noch in Form eines Altaraufsatzes, kleinen Fenstern, einem Kreuztor und einer Inschrift zu Ehren der Heiligen Maria und dem Heiligen Martin, zu besuchen ist.

Vom östlichen Teil der Palastmauer ist ebenfalls noch der größte Teil erhalten geblieben. Allerdings wurde durch verschiedene An- und Umbauten die Harmonie und Regelmäßigkeit der früheren Mauer teilweise zerstört. Alle Wehrtürme wurden abgerissen und vor allem im 18. Jahrhundert kamen viele Anbauten dazu, sodass die Ostfassade keinerlei Ähnlichkeit mehr mit ihrer eigentlichen Pracht hat. In der letzten Zeit wurde die Mauer von den Anbauten gereinigt und dort wo es noch möglich war wurde die ursprüngliche Form wieder rekonstruiert.

Das Osttor wird auch das Silbernes Tor genannt und weist teilweise Ähnlichkeiten mit dem Goldenen Tor auf, ist aber deutlich weniger verziert und geschmückt als das Haupttor. Allerdings sind die runden Fenster des Silbernen Tors geöffnet. Als die Gefahr der Türken immer näher rückte mauerten die Bewohner Splits das Osttor zu und erbauten wenige Meter weiter ein viel kleineres Tor. Erst in den 1940er Jahren wurde das Silberne Tor wieder geöffnet und erneuert. Wer heute durch das Silberne Tor geht gelangt auf einen Markt, auf dem außer Lebensmitteln fast alles angeboten wird.

Die Westmauer des Diokletianspalasts ist so gut wie nicht mehr erhalten, was darauf zurück zuführen ist, das sich die Stadt besonders weit Richtung Westen ausdehnte. Teilweise wurde die Mauer zerstört, teilweise als Mauer für neue Bauten verwendet, so dass heute nicht mehr genau erkennbar ist, wie sie früher den Palast umrahmte. Das Westtor der Stadt trägt auch den Namen Eisenportal und war im Mittelalter die Verbindung zwischen dem alten Stadtzentrum innerhalb der Palastmauern und dem westlichen jüngeren Stadtteilen. Das Westtor ähnelt sehr dem Osttor, ist aber erstaunlicherweise um einiges besser erhalten. Auch der Wehrhof und die achteckigen Türme sind noch vorhanden. Im Westteil befindet sich ebenfalls eine Kirche, die heute „Kirche der Muttergottes vom Glockenturm“ heißt aber gebaut wurde als „Kirche des heiligen Theodor“.

Die Südseite des Palastes wurde bei ihrer Erbauung vom Meer umspült und weist ganz andere Eigenschaften auf als die drei übrigen Mauerteile. Auch in der Mitte dieser Mauer befindet sich ein kleines unscheinbares Tor, das von den Bewohnern Bronzenes Tor genannt wird. Das Tor führte ins Erdgeschoss des Palastes, später wurden die Öffnungen, die man immer noch sehen kann zugemauert. Auf der ganzen Meerseite befindet sich runde Fenster, durch die Licht in die Gänge fällt. Die Südseite bildete eine Promenade, von der aus man auf das Meer mit den Stränden bis hin zu den Inseln schauen konnte. Darüber hinaus war diese Promenade die Verbindung zwischen den Kaisergemächern und den übrigen Sälen auf der Südseite.
Auch die Südseite wurde im Laufe der Jahrhunderte umgebaut und zugebaut und wird erst seit den letzten Jahrzehnten wieder in ihren Originalzustand zurück gebaut.

Die komplette Südseite des Palasts dienten dem Kaisers Diokletian als Privatgemächer. Anders als die Kellerräume ist das Obergeschoss mehrmals umgebaut wurden und nicht mehr sicher rekonstruierbar. Sicher ist jedoch, dass zwei Achsen entlang des Vestibuls und des Zentralsaals die Räume unterteilten. Die Räume der Palastwachen befanden sich neben dem Zentralsaal, weiter westlich lagen die Empfangssäle und die Schlafgemächer des Kaisers. Im Osten waren aller Wahrscheinlichkeit nach die Speisesäle und weitere bisher noch nicht erforschte Räume. Im ersten Stock konnten lediglich das Vestibül und ein Türrahmen zugeordnet werden.

In einem der kaiserlichen Speiseräume befand sich zwischen dem 14. und dem 19. Jahrhundert das Kloster der Heiligen Klara, schon hieran kann man erahnen, wie groß die einzelnen Gemächer gewesen sein müssen.

Ebenfalls in den privaten Räumlichkeiten des Kaisers befand sich eine Heißwassertherme, die als Schwimmbad genutzt wurde. Man hat Teile eines Bleirohrs und Hohlräume gefunden, die auf eine einfache Fußbodenheizung hindeuten.

Der gesamte ehemalige Kaiserpalast hütet auch heute noch eine Vielzahl von Geheimnissen und wird auch noch lange ein unerforschtes Relikt aus längst vergangenen Zeiten bleiben. Aber gewiss ist, ohne Diokletian und seinen riesigen Palast hätte sich Split nicht zu der Stadt entwickeln können die sie heute ist.

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