Tore von Split

Bronzenes Tor

Das Bronzene Tor in Split befindet sich an der südlichen Seite der Schutzmauer des Diokletian Palasts. Im Gegensatz zu den drei anderen Toren der Schutzmauer ist es unscheinbar und schlicht gehalten. Zur Bauzeit des Palasts und der dazugehörigen Schutzmauer befand sich das Tor am Meer.
Nachdem im 19. Jahrhundert die Uferanlage, heute auch Riva genannt, aufgeschüttet wurde, befindet sich die Südfassade der Palastmauer und mit ihr das Bronzene Tor im Stadtinneren. Zu der Zeit entstanden in seiner Umgebung kleine einfache Häuser, die teilweise bis an die Fassade der Schutzmauer des Palasts heranreichten. Man gelangt zum Bronzenen Tor von der Riva aus. Auch nach den vielen Jahrhunderten kann man heute noch sehen, dass dieses Tor der Eingang in den Palast mit den wenigsten Verzierungen war. Vermutlich lag das daran, dass es bei seiner Entstehung an der Meerseite lag und so weniger Beachtung bekam als die übrigen, im Stadtinneren liegenden, Tore. Das Bronzene Tor führte in das Erdgeschoss des Palasts. Im Erdgeschoss gab es viele Öffnungen entlang eines Ganges, der sich im Innenbereich der Mauer befand. Die Öffnungen sind zwar zugebaut, aber immer noch in Form und Lage erkennbar.
Wenn man die Stadt vom Hafen aus betritt, kommt man fast automatisch an das Bronzene Tor, da es sich auf dem Weg von den Anlegestellen der Schiffe in die Altstadt befindet. Die Bewohner von Split nennen das Tor auch Kupferportal.

Auch heute noch findet das Bronzene Tor im Gegensatz zu dem Goldenen Tor, welches das Haupttor in den Palast war, erheblich weniger Beachtung.

Eisernes Tor

Das Eiserne Tor befindet sich in der Westfassade des Diokletian Palastes. Im Mittelalter war es von großer Bedeutung für die Stadt, da es den Palast mit dem sich immer weiter ausbreitendem neuen Stadtzentrum außerhalb der Palastmauern verband. Da sich die neu entstandene Stadt nach Westen ausbreitete ist die Westmauer des früheren Kaiserpalasts sehr beschädigt und die am wenigsten erhaltene Fassade. Teilweise wurde die Mauer eingerissen, um neuen Platz zu schaffen oder die Mauer wurde in die neu erbauten Häuser integriert.

Umso verwunderlicher ist es, dass das Eiserne Tor im Westen viel besser erhalten ist, als der östliche Eingang in den Palast, auch Silbernes Tor genannt. Man geht davon aus, dass sich die beiden Tore bei ihrer Errichtung sehr stark geähnelt haben. Vom Westtor ist neben dem Wehrhof im Inneren des Palastes auch die äußere Seite mit den vieleckigen Schutztürmen sehr gut erhalten und bietet so ebenfalls Aufschluss über die anderen Tore.

Auf der Innenseite des Eisernen Tores findet man die Überreste einer kleinen Kirche. Heute ist die Kirche unter dem Namen „Kirche der Muttergottes vom Glockenturm“ bekannt, ihr ursprünglicher Name war „Kirche des Heiligen Theodor“. Lediglich bei genauerer Betrachtung fallen die spärlichen Überreste der früheren Kirche aus dem 11. Jahrhundert noch auf.

Zum Eisernen Tor gelangt man über den Volksplatz, der im Mittelalter das Zentrum der Stadt darstellte. So erreichten die Bürger der Stadt schnell und einfach vom alten Stadtteil aus den neu wachsenden Stadtteil im Westen.

Goldenes Tor

Das Goldene Tor im Norden der Palastmauern stellte das Haupteingangstor in den Palast und später in die Stadt Split dar. Das Goldene Tor ist das prächtigste und üppigste der vier Stadttore. Da die Nordfassade der Schutzmauer vom Diokletian Palast über eine Länge von fast 180 Metern erhalten geblieben ist, wirkt das Tor auch heute noch eindrucksvoll. Man betritt die Stadt durch ein einige Meter hohes und breites rechteckiges Tor. Oberhalb der Öffnung befindet sich ein offener Halbkreis, der nach innen hin schmaler wird. Neben dem Halbkreis befinden sich zwei abgerundete Einbuchtungen, die von Säulen flankiert werden. Darüber befinden sich verteilt auf der Frontseite sechs Sockel mit nach unten blickenden Gesichtern. Danach folgen sieben halbkreisförmige Bögen. Ganz oben auf dem Goldenen Tor befinden sich vier Podeste, von denen man annimmt, dass hier früher Statuen vom Kaiser Diokletian, Kaiser Maximian und zwei weiteren Caesaren standen.

Auf der Innenseite des Portals befand sich ein großer Wehrhof, der das Eindringen von Feinden in das Innere des Palastes verhindern sollte. Neben dem Wehrhof gab es einen Gang für die Palastwachen. In diesem Gang entstand im Mittelalter eine kleine Kapelle.

Eine weitere Besonderheit am Nordtor ist, dass hier der Name des griechischen Baumeisters, Zotikos, eingemeißelt ist. Sonst gibt es so gut wie keine sicheren Anhaltspunkte, wer der Erbauer des Palastes war.

Ein weiterer Indiz dafür, dass das Goldene Tor das Haupttor war ist, dass die Straße die aus der früher bedeutenden Stadt Salona nach Split führt hier endete.

Wer heute durch das Goldene Tor geht findet sich in einem schönen grünen Park mit einer großen Kirche wieder. Hier befindet sich auch die riesige Statue des Grgur Ninski.

Silbernes Tor

Das Silberne Tor befindet sich im Ostteil der Palastmauer. Auch wenn die Mauer noch auf ihrer gesamten Länge von fast 215 Meter erhalten ist hat dieser Abschnitt viele Umbauten und Anbauten erlebt. Die vieleckigen Wehrtürme wurden bei Umbauarbeiten im 17. Jahrhundert abgerissen. Zwar wird die Mauer seit den letzten Jahrzehnten von denen als historisch unbedeutend betrachteten Anbauten befreit, aber nicht überall kann die ursprüngliche Fassade wieder rekonstruiert werden.

Als die Gefahr durch die türkische Armee zu nahm wurde das Silberne Tor einfach zu gemauert, um weniger Angriffsfläche zu bieten. Bis in das 18. Jahrhundert gab es dann auf der Ostseite der Palastmauer keinen Eingang, erst dann wurde weiter nördlich ein kleineres Tor gebaut.
Erst vor ca. 70 Jahren wurde das Silberne Tor wieder geöffnet und auch sein Wehrhof wurde im drauf folgendem Jahrzehnt so gut es ging in Teilen wieder rekonstruiert und nachgebaut.

Auch wenn das Silberne Tor während der Jahrhunderte oft umgebaut und erweitert wurde geht man davon aus, dass es bei seiner Errichtung dem Goldenen Tor, dem Haupttor in den Palast, stark geähnelt hat. Auch wenn es mit Sicherheit nicht so prachtvoll und eindrucksvoll gebaut war, muss die Ähnlichkeit hoch gewesen sein.

Wenn man heute durch das Silberne Tor geht gelangt man auf den Pazar von Split. Hier kann man täglich Obst, Gemüse und andere Lebensmittel kaufen. Hier herrscht immer ein reges Treiben und die lauten Rufe der Verkäufer sind auf dem ganzen Platz zu hören.

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